Carlo Krone. Freischwimmer
Augustenstraße 63
18.09. bis 17.10.2026
Eröffnung – Carlo Krone ist anwesend
Freitag, 18.09.2026, 18 bis 21 Uhr
Beim Malen interessiert Carlo Krone vor allem die Möglichkeit, die eigene Arbeitsweise immer wieder neu zu hinterfragen. Freischwimmer beschreibt diese Haltung als den Versuch, beweglich zu bleiben – offen für neue malerische Fragestellungen, unerwartete Entscheidungen und Richtungswechsel. Die ausgestellte Werkgruppe wird so zum Anlass, das eigene Vorgehen aufs Neue auf seine Grenzen hin zu untersuchen.
Die Gemälde beginnen häufig mit einer selbst gestellten malerischen Herausforderung. Eine Linienstruktur, eine Farbe oder ein ungewöhnlicher Bildraum können bereits den Ausgangspunkt für eine neue Arbeit bilden. Carlo Krone verzichtet bewusst auf eine detaillierte Planung und vorbereitende Skizzen. Motive, Kompositionen und Zusammenhänge entwickeln sich erst im Verlauf des Malens. Eine Setzung verändert die nächste – wie eine kontinuierliche Improvisation.
Diese Offenheit setzt sich auch in den einzelnen malerischen Entscheidungen fort. Carlo Krone wählt häufig den "Weg des geringsten Widerstands". Gemeint ist damit keine Vereinfachung, sondern die Bereitschaft, einer Bildidee nur so viel technische Präzision zu geben, wie das jeweilige Werk verlangt. Perspektiven dürfen kippen, Proportionen sich verschieben und malerische Lösungen bewusst einfach bleiben. Entscheidend ist die Freiheit, für jedes Bild auf spielerische Weise die passende Form zu finden.
Präzise und grobe Passagen, kunsthistorische Bezüge und alltägliche Bildwelten sowie leuchtende Farben und gedeckte Erdtöne können sich selbstverständlich auf derselben Leinwand begegnen. Gerade dort, wo sehr unterschiedliche Formen der Darstellung aufeinandertreffen, wird Malerei für Carlo Krone interessant. Er bringt sie bewusst zusammen und spielt sie immer wieder gegeneinander aus. Die Gemälde entfalten ihre Wirkung aus diesem Zusammenspiel von Entscheidungen, Umwegen und Widersprüchen, die während des Malens entstehen und oft im fertigen Bild sichtbar bleiben.
Eine Meerjungfrau, ein Wäscheständer oder die beiläufige Geste eines abgeleckten Joghurtdeckels erscheinen dabei gleichermaßen bildwürdig. Vertraute Situationen verschieben sich, ohne ihre Zugänglichkeit zu verlieren. Carlo Krone schafft auf diese Weise Werke, die dazu anregen, Vertrautes mit anderen Augen zu sehen und uns zeigen, wie viel malerisches Potenzial bereits in alltäglichen Beobachtungen steckt.